an diesem Mittwoch, 29. September, ist in ganz Spanien ein Generalstreik geplant. Die Gewerkschaften erhoffen sich ein großes Chaos. Der Streik richtet sich gegen die kürzlich verabschiedete Arbeitsmarktreform. Jeder fünfte Spanier ist arbeitslos. Mit der Lockerung des Kündigungsschutzes und anderen Maßnahmen zur Flexibilisierung wollte die Regierung Zapatero dafür sorgen, dass mehr Menschen neu eingestellt werden. Doch nach jahrelangem Schmusekurs mit den Gewerkschaften sehen die Sozialisten sich jetzt mit dem ersten Generalstreik konfrontiert – erst der fünfte seit Spaniens Rückkehr zur Demokratie. Nachdem Gespräche mit Gewerkschaften und Arbeitgebern gescheitert waren, wurde die umstrittene Reform vor 3 Wochen im Parlament gebilligt. Sie gilt als einer der wichtigsten Schritte zur Gesundung der spanischen Wirtschaft.
Am stärksten betroffen soll das Transportwesen sein, darunter vor allem der Flugverkehr, auch international. Lufthansa kündigte an, am Mittwoch trotz der Streiks alle Ziele in Spanien anzufliegen. Etwa ein Drittel der 90 Verbindungen werde voraussichtlich ausfallen müssen, erklärte ein Sprecher der Fluggesellschaft am Dienstag in Frankfurt. Es werde aber keines der fünf Ziele in Spanien komplett gestrichen, sondern die Flugpläne ausgedünnt. Auf den verbleibenden Flügen würden größere Jets eingesetzt, so dass die Passagiere problemlos umgebucht werden könnten. Mit Verspätungen sei aber zu rechnen. Die Lufthansa fliegt in Spanien die Flughäfen Madrid, Barcelona, Valencia, Bilbao und Palma de Mallorca direkt an.
Auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin stellt sich am Mittwoch auf Einschränkungen ein. Einzelne Flüge zwischen Deutschland und Spanien sowie innerhalb Spaniens seien storniert worden, sagte eine Sprecherin. Air Berlin akzeptiert kostenlose Umbuchungen. Die Regelung gilt auch für innerspanische Flüge sowie Flüge über Spanien von und nach Portugal. Mehrere Iberia-Flüge wurden storniert. Condor hatte bereits mehrere Flüge auf Dienstag vorgezogen. Pauschalreisende sollten sich bei ihrem Veranstalter erkundigen.
Die Schulen bleiben geöffnet. Ob jedoch Unterricht stattfinden kann, ist nicht sicher. In manchen Orten haben sich Geschäftsleute gewappnet und ihre Schaufenster dichtgemacht, weil sie Ausschreitungen befürchten. Die Gewerkschaften betonen jedoch, dass es friedliche Auseinandersetzungen geben soll.
Im Gastgewerbe hoffen die Unternehmer und Betreiber, dass es kaum zu Ausfällen kommt, da den Streikenden das Gehalt für diesen Tag abgezogen wird, ebenso wird für diesen Tag kein Geld an die Seguridad Social bezahlt. Die Bediensteten werden es sich also wohl überlegen, ob sie streiken oder arbeiten.
In Cádiz wird befürchtet, dass um die Mittagszeit die Brücke Carranza von Streikposten gesperrt wird. Mein bleibt also besser zuhause, denn es kann auch sein, dass Supermärkte und Geschäftszentren geschlossen bleiben, da viele Angestellten gewerkschaftlich organisiert sind.